Coach Gelaber I Coaching, Life & Business

Verdrängte Trauer: Nervensystem beruhigen, Schlaf verbessern, Druck reduzieren, Trauer lösen

Christopher Salmi Episode 28

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In dieser Folge von Coach Gelaber spricht Christopher Salmi über verdrängte Trauer und körperliche Symptome: Warum Trauer sich manchmal nicht „im Kopf“, sondern im Körper zeigt - z. B. durch Erschöpfung, Schlafprobleme, Verspannungen, Kopfschmerzen, Enge in der Brust oder Magen-Darm-Beschwerden

Du erfährst, wie das Nervensystem (Stressmodus vs. Regeneration) dabei eine Rolle spielt, woran du typische Muster erkennst und wie du wieder mehr Selbstregulation und inneren Halt aufbaust.

Mit dabei: eine Mini-Intervention „Kontakt, ohne darin zu verschwinden“ und eine 60-Sekunden-Übung zum Runterkommen.

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Verdrängte Trauer
Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Coach Gelaber von und mit Christopher Salmi. Schönen guten Tag, Merhaba, Selam Aleikum, herzlich Willkommen zu einer weiteren Folge Coach Gelaber mit mir Christopher Salmi. Heute möchte ich mit dir über ein Thema sprechen, das viele Menschen betrifft und gleichzeitig reden die wenigsten wirklich offen darüber. Und zwar verdrängte Trauer. Und vor allen Dingen darüber, wie sie sich körperlich zeigen kann. Also warum der Körper auf einmal Symptome zeigt, obwohl du im Kopf sagst, hey, ich hab doch alles im Griff. Und kurz vorweg, weil es mir wichtig ist, wenn du gerade starke Beschwerden hast, also Brustdruck, Atemnot, Herzrasen, starke Schmerzen, lass es bitte einmal medizinisch abklären. Das ist wichtig. Und gleichzeitig können wir danach trotzdem schauen, was will dir dein System vielleicht noch sagen? Nun, lass mich starten. Lass mich starten mit einem Bild. Ein Bild, sagen wir, alles unauffällig. Aber du fühlst dich nicht gut. Stell dir mal vor, du sitzt in einem Wartezimmer. Vielleicht, kennst du das ja auch schon, du warst beim Arzt, Blutwerte, vielleicht EKG, vielleicht sogar noch ein paar weitere Checks. Und dann kommt dieser Satz. Wir finden nichts, alles unauffällig. Und du sitzt da und denkst dir, ja, okay, schön, aber warum fühle ich mich dann so? Kopfschmerzen, Müdigkeit, Magen-Darm, der Schlaf ist Mist, Verspannungen. Und du merkst, irgendwas arbeitet in mir, nur ich komme nicht richtig dran. Und das ist so ein Punkt, wo ich oft sage, der Körper macht manchmal sichtbar, was innerlich keinen Platz bekommen hat. Und zwar nicht als Esoterik, sondern als logische Konsequenz. Was verdrängte Trauer eigentlich ist? Trauer ist eine natürliche Reaktion auf Verlust. Und Verlust ist nicht nur Tod. Verlust ist auch Trennung, Fehlgeburt, Krankheit, Job, Heimat, Sicherheit, ein Lebensplan, ein Kontakt, ein so wie früher. Und verdrängte Trauer heißt nicht, du bist irgendwie gefühllos. Verdrängte Trauer heißt oft, du hast irgendwann gelernt, bewusst oder unbewusst, dass du funktionieren musst. Stark sein, keine Last sein. Hey, weitermachen. Und dann wird Trauer nicht verarbeitet, sondern geparkt. Und das Problem ist, parken heißt nicht auflösen. Es bleibt im System. Warum der Körper reagiert, sagen wir mal, Gas und Bremse. Einmal kurz verständlich, ohne dass wir jetzt komplett abdriften. Dein autonomes Nervensystem, also das, was automatisch abläuft, hat grob gesagt zwei Modi. Einmal das Gaspedal, was für Kampf oder Flucht zuständig ist, für Aktivierung, für Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol. Also der Körper stellt sich auf Überleben ein. Und die Bremse für Ruhe, Verdauung, Regeneration, runterfahren. Und wenn emotionaler Schmerz lange keinen Ausdruck bekommt, dann kann das System in so einem Daueralarm hängen bleiben. Nicht immer, aber häufig. Und Daueralarm heißt Muskeltonus hoch, Schlaf schlechter, Verdauung ist empfindlicher und das Immunsystem anfälliger. Und dann kommen diese Symptome, wo Menschen sagen, ich verstehe es nicht, ich bin doch eigentlich okay. Typische körperliche Warnsignale. Ich zähle dir mal typische Signale auf und du checkst einfach kurz, ob da was resoniert. Erschöpfung. Die komisch tief sitzt. Nicht, ich habe schlecht geschlafen, sondern ich bin innerlich leergezogen. Schlafprobleme. Einschlafen schwer, durchschlafen schwer, morgens gerädert. Diffuse Schmerzen, Kopf, Nacken, Rücken, Gelenke, ohne klaren Auslöser. Magen-Darm, Übelkeit, Reizdarmartig, Sodbrenn, Völlegefühl. Enge in Brust oder auch in dem Atem. Druck, flacher Atem, manchmal Herzstolpern. Immunsystem, häufig krank, jeder Infekt wird mitgenommen, langsame Regeneration, es dauert einfach ewig lang. Und ich gebe dir hier auch mal eine Größenordnung, damit es nicht so wirkt wie, ja, ja, kann alles sein. In Beobachtungen und Übersichten zu psychosomatischen Trauerfolgen sieht man häufig, dass Schmerzsyndrome, also z.B. im Kopf, Nacken oder Rücken, bei einem relevanten Anteil auftreten können. Teils Größenordnung bis um 40% in bestimmten Betrachtungen. Magen-Darm-Beschwerden tauchen ebenfalls oft auf. Teils um ein Viertel. Und Erschöpfung und Schlaf sind extrem häufiger Kandidaten. Das Wichtige ist, das ist keine Diagnose. Aber es zeigt, du bist damit nicht komisch. Dein Körper ist nicht kaputt. Der reagiert einfach nur. Schauen wir auf die Sprache der Symptome. Und jetzt mag ich diesen Teil, weil er vielen hilft, Dinge einzuordnen. Schauen wir auf den Nacken und auf den Rücken. Das ist oft, ich trage zu viel. Du kennst das. Schultern hoch, Kiefer fest, Nacken wie Beton und dann wird es irgendwann Kopfschmerz oder Migräne. Dann Magen-Darm. Das ist oft, ich kann es nicht verdauen. Biologisch macht das Sinn. Im Stress fährt Verdauung runter. Und innerlich steckt manchmal etwas fest, das nie wirklich betrauert wurde. Brustatem. Das ist oft, ich halte zurück. Trauer braucht Raum. Atmung wird bei Druck oft flach. Der Körper macht eng, weil Öffnen sich unsicher anführen kann. Und manchmal ist das Muster ganz simpel. Solange du beschäftigt bist, geht's. Sobald Ruhe kommt, wird der Körper laut. Wochenende, Urlaub, abends im Bett und zack geht's los. Trauer, Depression, Angst, lass uns das mal kurz sauber trennen. Weil das oft durcheinander geht. Trauer hat oft Wellen, Träger, ein Lied, ein Datum, ein Geruch und plötzlich kippt's. Dazwischen können auch ganz normale oder sogar auch gute Phasen sein. Depression ist häufig eher wie ein Nebel über allem. Dauerhaft gedämpft, wenig Freude oder eher gar keine. Antrieb ist komplett runter. Angst ist oft zukunftsorientiert. Was wenn XY? Alarm im Körper, wohl gerade nichts passiert. Und ja, das kann sich mischen. Aber es hilft, den Ursprung zu verstehen. Sonst bekämpfst du nur Symptome oder vielmehr kümmerst du dich nur um Symptome. So, was hilft? Nicht Flut, sondern Dosierung aus meiner Sicht. Und jetzt kommt ein Punkt, den ich dir wirklich mitgeben will. Wenn du lange verdrängt hast, ist, fühl jetzt alles oft zu viel. Der Weg ist eher so kleine Dosen, sicher, aber regelmäßig. Ich gebe dir ein paar konkrete Tools, die sich bewährt haben. Zum Beispiel Atmung als Bremse. Für mich auch häufig das 4-4-6-Modell. Und zwar 4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 6 Sekunden ausatmen. Das ist jetzt keine Magie, das ist Physiologie. Längeres Ausatmen signalisiert dem System, hey, es ist okay, ich kann runterfahren. Das zweite, sanftes Dehen. Nacken, Schultern, Rücken, also nicht im sportlichen Sinne, sanft. Und mit der Ausatmung bewusst loslassen. Zum Beispiel kannst du die Schultern mal ganz bewusst hochziehen und mit Ausatmen wieder fallen lassen. Der dritte Punkt, Körpersymptom-Notizen. Wirklich nur zwei Minuten am Tag. Vier Fragen kannst du dir da beispielsweise beantworten. Was ist das Symptom? Wann tritt es auf? Was war kurz davor? Also im Sinne der Situation oder ein bestimmter Gedanke oder ein bestimmtes Gespräch? Und wie ist die Intensität von 1 bis 10? So, nach 1 bis 2 Wochen siehst du dann vielleicht schon Muster. Und Muster geben dir Handlungsfähigkeit zurück. So, und dann Punkt 4. Rituale statt Grübeln. Eine Kerze zum Beispiel, also ein ruhiger Moment am Tag, das kann natürlich auch für dich was anderes sein, oder eine Playlist, die Gefühle erlaubt. Nicht um dich reinzuschießen, sondern eher um dem System zu zeigen, ich kann das halten. Und noch ein wichtiger Punkt, Symptome verschwinden selten über Nacht. Oft spürst du eher, dass innerlich mehr Raum entsteht, weniger Druck, mehr Stafqualität und das eben Stück für Stück. Was kann eine kleine Mini-Intervention sein? Nennen wir sie mal Kontakt, ohne darin zu verschwinden. Also wenn du willst, mach kurz mit. Ganz wichtig, nicht beim Autofahren bitte jetzt. Das wäre nicht so gut. Wenn du kannst, dann setz dich hin. Stell die Füße auf den Boden. Spür mal den Kontakt zwischen den Füßen und dem Boden. Ja, vielleicht auch so ein bisschen die Energie der Erde. Die Verbundenheit. Mit jedem einzelnen Zeh. Mit dem Spann, mit dem Fuß in Summe. Spür mal den Kontakt. Nimm mir mal wahr. Wie fühlt sich das an? Manchmal hilft es auch, die Schuhe auszuziehen. um diesen Kontakt noch genauer wahrzunehmen. Nun nimm eine Hand auf die Brust oder auf den Bauch. Atme ein. Und jetzt atme länger aus, als du eingeatmet hast. Und dann frage dich nicht, warum. Frage dich nur, wo spüre ich gerade schwere, enge, Druck? Benenne es leise. Druck, enge, klos, leere. Und jetzt, und das ist auch schon wichtig, ich muss das nicht wegmachen. Ich darf das kurz da sein lassen. Ich muss das nicht wegmachen. Ich darf das kurz da sein lassen. Und nun atme nochmal ein und lange aus. Wenn diese Stelle, die du da hältst, sprechen könnte, in einem Satz, nur ein Satz. Ich vermisse dies und das. Ich halte zu viel. Ich wollte stark sein und so weiter. Okay. Dann komm wieder zurück, schau dich im Raum um. Sei jetzt wieder im Hier, im Jetzt ganz sicher. Und diese Mini-Intervention, die kannst du für dich immer wieder machen. Immer mal wieder Kontakt suchen, ohne dich überrollen zu lassen, ohne auch darin selbst zu verschwinden. Und wenn du magst, kannst du auch immer wieder hier in diese Podcast-Folge reinhören und die kleine Struktur als Hilfe nutzen, um dir selber ein bisschen Raum zu schaffen. Können Symptome Jahre später kommen? Ja, und das ist sogar ziemlich typisch. Manchmal läuft es Monate oder Jahre völlig okay. Also okay in Anführungsstrichen. Und dann kommt zusätzlicher Stress. Job, Kinder, es kommt irgendwie eine Trennung oder Überforderung. Und plötzlich meldet der Körper alte Themen. Nicht, weil du schwach bist, sondern weil die Kapazität fürs Wegdrücken irgendwann einfach nicht mehr reicht. Wann du dir Unterstützung holen solltest. Drei Marker ganz pragmatisch. Wenn es länger als sechs Monate anhält oder schlimmer wird. Punkt 1. Punkt 2. Wenn dein Alltag stark eingeschränkt ist. Also deine Arbeit, deine Beziehungen, auch deine Konzentration. Und Punkt 3, wenn du dich zurückziehst, weil alles zu viel ist oder weil du niemanden belasten willst. Dann Hilfe holen, Punkt, das ist klug. Noch eine kleine Mini-Übung zum Schluss. 60 Sekunden, hören ohne zu bewerten. Und die Übung kannst du immer und überall machen, das ist das Wunderbare daran. Wie funktioniert das jetzt? Wenn du magst, kannst du die Augen schließen, du kannst die Augen auflassen, atme ganz bewusst, so wie gerade vorhin schon geübt. Und dann fokussierst du dich einfach mal nur darauf, was du hörst. Und zwar ohne zu bewerten, ohne irgendwie reagieren zu müssen. Einfach nur ganz neugierig wahrnehmen. Was taucht da auf? Was hörst du? Welche Geräusche sind da? Und was ich total mag an dieser Übung, du kannst sie überall machen. Ob du im Büro bist, ob du beim Spazierengehen bist, ob du in einem Einkaufszentrum stehst oder beim Friseur auf deinen Termin wartest, ist es völlig egal. Du kannst es überall machen und das merkt niemand. Und wenn du dann Druck im Körper merkst, atme länger aus als ein, nur ein bisschen. Und sag innerlich, ich bin hier. Nun, lass mich nochmal kurz zusammenfassen. Verdrängte Trauer verschwindet nicht. Sie arbeitet im Hintergrund. Und wenn sie keinen Raum bekommt, zeigt sie sich nicht selten über den Körper. Müdigkeit, Schlaf, Magen, Verdauung, Schmerzen, Enge. Der Schlüssel ist jetzt nicht wegmachen. Der Schlüssel ist Verbindungen herstellen. Dem System Sicherheit geben. Dosiert fühlen und den Körper wieder als Kompass nutzen, nicht als Gegner. Trauer hat eine wichtige Funktion. Trauer schickt einen Hilfe. Trauer möchte, dass du zurück in deine Stärke kommst, dass du deine Ressourcen wiedererlangst. Und zwar auch um die Werte, die dir da wichtig sind, die dir da bewusst geworden sind, zu bewahren. Nun, in dem Sinne, ich wünsche dir erstmal, egal ob jetzt Tag oder Nacht oder Abend oder was auch immer, erstmal eine gute Zeit. Achte auf dich. Und vielleicht nimmst du dir heute wirklich mal einen kurzen Moment, um nicht nur zu funktionieren, sondern um einmal ganz bei dir zu sein. Wenn du Themen identifizierst, wo du merkst, da komme ich nicht weiter, melde dich. Melde dich jederzeit gern. Schau bei mir auf der Webseite vorbei, samycoaching.de oder schreib mir einfach eine Mail. Du findest mich auch in den Social Media-Welten. Insofern melde dich gerne. Wenn du jetzt denkst, hey, das könnte vielleicht ein wichtiger, kleiner, spannender Impuls für jemanden sein, den du kennst, der vielleicht oder die vielleicht auch davon betroffen ist, leite es gern weiter. Teile, like es, das hilft auch mir und meinem Podcast. Ich freue mich da sehr drüber, auch über Kommentare im Übrigen. Und dann freue ich mich auch, wenn noch der ein oder andere vielleicht eine kleine Übung für sich mitnehmen kann. Nun, vielen Dank, dass du wieder zugehört hast. Ich freue mich wirklich auf die nächste Runde mit dir. Bis dahin, bleib so wie du bist, gesund und munter und schaffe dir immer mal wieder einen kleinen Raum. Ich freue mich, wenn du das nächste Mal wieder dabei bist. Bis dahin. Das war eine weitere Folge Coach Gelaber von und mit Christopher Salmi. Musik